Regenbecken Talacker

Hegistrasse 27, Winterthur

Neubau, 2017-2020
Fassade Betriebsgebäude, Projekt- und Bauleitung
Stadt Winterthur, Departement Bau, Tiefbauamt

Regenbecken: Holinger AG, Park: Krebs und Herde GmbH, Landschaftsarchitekten BSLA

Bei grossen Regenereignissen erreicht in Winterthur das Entwässerungsnetz seine Kapazitätsgrenzen. Von einer gewissen Abwassermenge an ergiesst sich der Inhalt der Leitungen in die nächstgelegenen Gewässer. Dieses vermischte Schmutz- und Regenwasser belastet die Gewässer erheblich. Um dies zu verhindern, sind fünf Infrastrukturanlagen erstellt worden. Das letztgebaute Regenbecken liegt in einer Hügellandschaft am Übergang zur Spielwiese der Schulanlage Talacker. Ein direkter Weg verbindet neu die Hegistrasse mit der bestehenden Fussgängerbrücke über die Eulach. Der neue Quartierpark ist mit einem lichten Baumhain aus schmalblättrigen, silbernen Ölweiden bepflanzt.

In Anspielung auf die Nutzung der Anlage werden für die Aussenverkleidung Keramikfliesen verwendet, die an die wechselnden und schwingenden Lichtspiele des Wassers im Untergrund des Regenbeckens erinnern. Mit den Perlmutt-Farbtönen und der Glasur entstehen, je nach Lichteinfall und Standpunkt des Beobachters, sanfte, glänzende und reflektierende Nuancen auf den Keramikplatten. So macht die Fassade die Umgebung zum Sinnespark und lässt das unterirdische Regenbecken wie eine Perle an der Oberfläche leuchten.

Das Regenbecken wurde als Durchlaufbecken im Nebenschluss konzipiert. Aufgrud der topografischen Lage und dem möglichen hohen Wasserspiegel der Eulach muss das Beckens mittels Pumpen gefüllt werden. Bei trockener Witterung fliesst das Mischabwasser direkt neben dem Regenbecken zur Kläranlage ARA Hard ab. Bei einem Regenereignis steigt der Pegel des Mischabwasser innerhalb der Kanäle an, so dass es zu einem Rückstau im integrierten Trennbauwerk des Regenbeckens kommt. Die gesamte Steuerungs- und Messtechnik ist im Betriebsgebäude untergebracht. Um die erforderliche Energie für einen Maximalbetrieb der Pumpen zu gewährleisten, ist darin eine Trafostation integriert.

Fotos
Jantofilm, Winterthur