Anlage Untere Vogelsangstrasse

Untere Vogelsang- und Frohbergstrasse, Winterthur
Strategien zur Erneuerung und Umnutzung, 2017
Stadt Winterthur, Amt für Städtebau

Mitarbeit: Marco Ganzoni und Paul Ebnöter
Fachplaner: Dr. Deuring + Oehninger AG, Planforum GmbH, WT Partner AG

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr Winterthur einen enormen Entwicklungsschub, die Bevölkerung wuchs zwischen 1946 und 1965 um rund ein Drittel. Die kommunalen Verwaltungsaufgaben nahmen zu und erforderten die Erstellung von neuen städtischen Infrastrukturbauten. Das von Franz Scheibler (1898–1960) im Jahr 1957 erbaute Betriebsgebäude des Elektrizitätswerks ist Ausdruck dieser zunehmenden Aufgaben der öffentlichen Hand.

Die architektonische Komposition der Anlage ist bestimmt durch seine Hanglage zwischen der Unteren Vogelsang- und der Frohbergstrasse. Der horizontal und vertikal gestaffelte Baukomplex gliedert sich in nach Funktionen getrennte Bauteile, die den Aussenraum definieren. Mit seiner Gewerbe- und Wohnnutzung funktioniert das Gebäude aus städtebaulicher Sicht hervorragend als Scharnier zwischen den ganz unterschiedlichen räumlichen Stadtstrukturen. Diese städtebauliche Setzung, der Einsatz von roh belassenen Materialien und das weit ausladende Satteldach machen den Bau zu einem typischen Vertreter der Nachkriegsarchitektur.

Im Zuge der Studie ist eine Instandsetzung der Anlage sowie eine Umnutzung in Studentenwohnungen überprüft worden. Aus architektonischen und wirtschaftlichen Gründen wurde empfohlen, die bestehenden Nutzungen zu erhalten und die nötigen Instandsetzungen vorzunehmen damit die hochwertige Gebäudesubstanz für einen Zeithorizont von weiteren 30 Jahren gesichert bleibt.