Wohnhaus Möttelistrasse 46

Möttelistrasse 46, Winterthur
Instandsetzung, 2020 – 2022

Mitarbeit: Daniel Gautschi, Stéphanie Müller und Nadine Janesch. Fachplaner: Planforum GmbH, Oberli Bauingenieure AG und BWS Bauphysik AG

Die markant im Herzen des Breitehügels gelegene Wohnsiedlung an der Möttelistrasse in Winterthur entspricht den Idealen der Gartenstadt. Es handelt sich um ein Frühwerk des bedeutenden Winterthurer Architekten Hans Ninck, der in Zusammenarbeit mit Albert Schneider 1924 die Doppeleinfamilienhäuser plante. Die von hohen und steilen Satteldächern geprägte Siedlung legt «viel Wert auf möglichste Verbundenheit von Haus und Garten». Die Projektverfasser haben sich damals bemüht, «durch rationelle Raumabfolgen Einfamilienhäuser zu gestalten, welche eine gediegene Heimstätte bieten». Die schachbrettartige Bebauung gilt als typisches Beispiel für das damals zunehmende Bemühen, mit neuen, standardisierte Bauverfahren preisgünstig bauen zu können – wie die hölzerne Fachwerkkonstruktion mit Welltonplattenverkleidung der Fassaden. Die Grundrisse sind knapp dimensioniert, den Lebensgewohnheiten der Erstellungszeit entsprechend.

Knapp 100 Jahre danach umfasst unser Auftrag die erste Gesamtinstandsetzung eines Wohnhauses und dessen Vorgartens – insbesondere die Erneuerung der Küche und der Nasszellen, den Ersatz der Gebäudetechnik und die Verbesserung der Energieeffizienz der Gebäudehülle. Die Instandsetzung beruht auf einer sorgfältigen Analyse des Altbaus. Die Wohnqualität soll innere und äussere Übergange widerspiegeln und eine nutzungsgerechte Belichtung und Belüftung sowie eine sinnvolle und vielfältige Möblierung ermöglichen. Im Weiteren definieren den neuen Ansatz die anpassungsfähigen Strukturen, die fliessenden Räume, die erlebbare Gebäudetiefe und die reizvollen Sichtbezüge.